Hierarchien – immer noch aktuell und notwendig – oder völlig antiquiert?

Hierarchien – immer noch aktuell und notwendig – oder völlig antiquiert?

Heutzutage reden Alle über flache(re) Hierarchien, ja, sie schreien förmlich danach.
Aber was ist damit tatsächlich gemeint?
Erst einmal müssen wir uns dazu anschauen, wie Hierarchien bzw. Führungsebenen in Unternehmen aufgebaut sind:

Erst einmal müssen wir uns dazu anschauen, wie Hierarchien bzw. Führungsebenen in Unternehmen aufgebaut sind:
Wenn wir davon ausgehen, dass eine Führungskraft ungefähr 1 bis 10 MA im Schnitt leitet, muss es in einem Großunternehmen von 1000 Mitarbeitern und mehr, mehr Hierarchieebenen geben als in einer kleinen Firma oder einem mittelständigen Unternehmen mit weniger Arbeitskräften. Oft wird das Pyramidenmodell angewandt: 1:10:100. Dies mag trivial klingen, hat jedoch Implikationen für grosse Unternehmungen. Sie werden ganz automatisch mehr Hierarchiestufen entwickeln müssen, der Abstand zwischen Mitarbeitern auf der niedrigsten Hierarchiestufe muss damit ganz zwangsläufig grösser sein, als wir dies von kleinen Unternehmen kennen.

Das Rechenbeispiel ist somit einfach formuliert: Eine Firma mit bis zu 100 MA benötigt ca. 3 Hierarchiestufen, ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern mindestens 4.

Auch in der Hotellerie und Gastronomie ist es nicht anders, ein Restaurant mit 6 Mitarbeitern kann mit einer Hierarchiestufe (jenseits des Eigentümers) auskommen, ein Hotel mit ca. 40 Mitarbeitern, die in Vollzeit, Teilzeit oder auf Aushilfsbasis arbeiten, benötigt evtl. mit Unterstufen, 3 Hierarchiestufen: Direktion, Abteilungsleiter, Mitarbeiter.
Und dennoch verlangen heute viele Mitarbeiter flachere Hierarchien. In Zeiten von Mitarbeiter- bzw. Fachkräftemangel ist dies für uns alle relevant, wir als Unternehmer und Führungskräfte müssen darauf eingehen, müssen es respektieren und agieren.

Nur, was ist eigentlich gemeint? Was wollen unsere Mitarbeiter wirklich, wenn sie von flachen Hierarchiestufen reden? Wollen wir ernsthaft annehmen, dass unsere Mitarbeiter auf einmal Chef sein wollen?

Meine persönliche Beobachtung in meiner langjährigen Arbeit als Führungskraft ist, dass es nicht die Abschaffung von Hierarchien im engsten Sinne ist, sondern der Wunsch nach Wahrgenommen werden, nach Respekt und Augenhöhe; man möchte gehört und vielleicht auch gefragt werden, Entscheidungen mitbesprechen und damit besser verstehen, damit diese dann umgesetzt und gelebt werden können. Keiner von uns möchte ein Rädchen im Getriebe bzw. eine namenlose Nummer sein, die nicht als Mensch geachtet wird, sondern nur stupide Anweisungen folgt, ihren Namen, ihre Persönlichkeit und ihr Gehirn an der Unternehmemspforte abgeben muss, weil es nicht anders gewünscht ist.

Hier sind wir als Unternehmer und Führungskräfte gefragt. Wie können wir dies realisieren? Wie können wir unsere Mitarbeiter mit ins Boot holen?

Vor allem müssen wir sie als Menschen wahrnehmen, nicht nur als arbeitende Personen. Persönliche, auch bilaterale, Gespräche, Rituale, wie z.B. die tägliche, persönliche Begrüßung und Verabschiedung, das vierteljährliche Abteilungsessen…, kurzum das gemeinsame Interagieren, führt zu mehr wahrgenommener Menschlichkeit, Respekt, arbeiten auf Augenhöhe.

Andererseits ist es unabdingbar, dass wir unser Unternehmen, mit Zahlen, Zielen etc. transparent machen, Unsere Mitarbeiter werden sich dadurch integrierter und wichtiger fühlen. Besprechen Sie anfallende Entscheidungen mit ihrem Team, holen Sie sich ihre Meinung, binden Sie sie mit ein.

Zu diesen Punkten werde ich in den nächsten Wochen noch detaillierte, auch selbst erlebte Beispiele in meinen Blogartikeln veröffentlichen.

Und genau das ist es, was Mitarbeiter wollen, was sie als flache Hierarchien ansehen. Keiner stellt eine Unternehmensführung in Frage, wenn er aktiv seinen Teil zum Unternehmen beitragen kann, wenn er als mitdenkender Mensch wahrgenommen und behandelt wird.

Foto: © kenishirotie – elements.envato.com

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